45 plus – Selbstmanagement für eine unsichtbare Zielgruppe
Donnerstag, 20. Juni 2013

Viel wird geredet von Generationenmanagement und  Productive Ageing, aber wirklich gesehen werden sie nicht, die MitarbeiterInnen 45 plus, die graue Masse der Systemerhalter, die Träger von Erfahrung und Wissen.

Besonders Frau wird mit 45+ unsichtbar. Passt in kein Beuteschema mehr  – nicht in das für Karriere, nicht in das für Sex. Auf der Straße dreht sich keiner mehr um und wenn die Führungsetage nach Kandidaten für besondere Aufgaben sucht, dann tauchen sie nicht vor ihrem geistigen Auge auf.

Mit dieser Latenzzeit beschäftigt sich der workshop

45 plus, na und?

Die Begeisterung, mit der die TeilnehmerInnen  – vornehmend weiblich – sich an diesem Seminar beteiligt haben, hat mich dann doch überrascht. Und wiederlegt wohl auch einige Vorurteile.

„Endlich mal was für uns“ so der Kommentar einer Teilnehmerin.

Interessanterweise hat der  Workshop: „45 plus, na und…?  vor allem Mitarbeiterinnen angezogen, die lang keine Fortbildung mehr besucht haben. Statt mit Erwartungen kamen sie mit Offenheit. Was  gibt es denn zwei Tage lang zu dem Thema zu sagen?

Ich stell das Programm vor: Lebenskurve, Vitalitätskurve, Glückskurve.
Mit der Glückskurve wollen sie anfangen. Da hab ich gleich Good News, denn das ist die Kurve, die nach einem Tiefpunkt bei 45 Jahren wieder steil nach oben geht. „The joy of growing old“ wie der „Economist“ tituliert. Warum das so ist?

Bis 50 überlegt man sich was richtig ist, ab 50 was wichtig ist

Die Freiheitsgrade nehmen zu, man wird gelassener, profitiert von der Erfahrung, muss nicht mehr streben, kann mehr genießen, Kinder sind dahin, Haus ist fertig, Schulden werden weniger, neue Freiräume entstehen. Hier setze ich mit ZRM, dem Zürcher Ressourcenmodell an. Denn um Freiräume zu füllen, muss man erst herausfinden, was einem denn wichtig ist.

Was ich wirklich, wirklich will

Dazu holen wir uns Rückenwind aus dem Unbewussten. Das geht gut mit Bildern. Welches Bild spricht mich an? Was fällt den anderen Teilnehmerinnen zu meinem Bild ein? Das funktioniert in einer homogenen Gruppe besonders gut. Ein lustvolles Arbeiten mit viel Humor. Man merkt, dass alte Hasen am Werk sind.

Danach hält jede Zwiesprache mit dem eigenen Körper. Welche Assoziationen lösen richtig gute Gefühle im Körper aus? Da wo der Körper anspringt, da sind die persönlichen Ressourcen und Bedürfnisse begraben, da steckt die Energie. Und diese packen sie in den Sack und formulieren daraus ein Motto- oder Identitätsziel.

Was empfinden TeilnehmerInnen, wenn sie das Motto Ziel gefunden haben?
Stimmig, strahlen, das Herz geht auf, ein wohliges Gefühl, glückseliges Grinsen, da kommt noch was im Leben, sich trauen zu dem zu stehen, was man innen spürt. Neben dem grau vom Alltag ist noch was anderes in mir, ich verfolge eine Spur.

Das ZRM ist eine Selbstmanagement Methode, die, einmal gelernt, für viele Fragestellungen anwendbar ist. Selbstmanagement bedeutet Zwiesprache von Psyche und Körper, von Unbewusstem und Verstand.

Was spielerisch klingt, ist wissenschaftlich belegt; jeder einzelne Schritt in diesem Verfahren beruht auf Ergebnissen von Motivationspsychologie und Gehirnforschung (www.ismz.ch). Experiment und Wirksamkeitsstudien belegen die Theorie  – doch das erzähle ich nur am Rande, denn ich merke, dass der Fokus der Teilnehmerinnen eindeutig beim Spaß am sich erforschen und am gemeinsamen Tun liegt. Und dass etwas dran ist, spüren sie selbst.

War das alles?

Wer über 45 hat sich diese Frage noch nicht gestellt?
Und wann holen Sie sich die Erlaubnis ihre zweite Halbzeit selbst zu gestalten?  Auch das heißt Selbstmanagement.

Erfahren Sie hier mehr über ZRM als Selbsthilfeprogramm für die Pflege

 

Über Danielle Bidasio

Die gebürtige Luxemburgerin kam zum Psychologiestudium nach Salzburg. Schon in dieser Zeit beschäftigte sie die Frage „Was motiviert Menschen?“ .Seither begleitet sie dieses Thema - als Mitarbeiterin, interne Beraterin und Führungskraft in Social Profit Organisationen und seit 2009 als selbstständige Beraterin bei KOMUNARIKO. Die systemische Psychotherapeutin hat sich strategische und wirtschaftliche Kompetenz beim General Management Studium an der Uni Salzburg und beim Controller-Diplom für NPO am ÖCI in Wien angeeignet. In ihrer langjährigen Arbeit als Personalleiterin eines 600-Personen-Unternehmens beschäftigte sie sich mit den Zusammenhängen von Arbeit, Führung und Motivation; Gesundheit, Stress und Lebensphasen. Ihre praktischen Erfahrungen aus dieser Arbeit und ihr Know-how in diesem Feld (HR-Management, betriebliche Gesundheitsförderung, Arbeitsbewältigungscoaching, Selbstmanagement mit dem Zürcher Ressourcen Modell) bringt sie als Partnerin bei KOMUNARIKO ein. Ihre derzeitigen Arbeitsschwerpunkte: • Gestaltung von Personalentwicklungsprogrammen und –prozessen • Gesundes Arbeiten und Generationenmanagement • Coaching



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