Der innere Schweinehund als Lehrmeister Der konstruktive Umgang mit Aufschieberitis
Dienstag, 6. Mai 2014

Hans, 45, groß gewachsen, sportlich, wirkt sehr zufrieden in seinem Job als Einkäufer in der Holzindustrie. Strukturiertes, effizientes Arbeiten, das Vorausdenken bei Projekten und ein wertschätzender Umgang mit seinem Team sind einige seiner Markenzeichen. Und doch hat er ein Problem. Spätestens ab Wochenmitte wird Hans ungenießbar. Und keiner weiß, warum. [Mehr]

Im Gespräch wird jedoch bald klar worum es geht. Hans arbeitet sehr erfolgreich. Seine Erwartungen an sich selbst sind sehr hoch, das wissen seine Kolleginnen ebenso wie er selbst. Den daraus entstehenden Druck kann Hans jedoch fast nicht mehr aushalten.

Zudem spürt er mehr und mehr Angst, die Erwartungen an ihn nicht mehr erfüllen zu können und flüchtet in Ablenkungen. „Da ertappe ich mich dabei am Bildschirm eine volle Stunde zu vergeuden, indem ich das Organigramm einer Partnerfirma studiere um herauszufinden was sich verändert hat oder wer neu ist. Völliger Nonsens.“

Mit diesem „Trödeln“ passiert bei Hans jedoch Wesentliches: er findet sich in einem normalen, für ihn angenehmen Tempo wieder. Trödeln ist hier ein Selbstschutz des Unbewussten und reduziert bei Hans tatsächlich Druck und Hektik – jedoch nur solange er am Bildschirm gottvergessen surft. Dieser Bereich des Unbewussten wird auch als „innerer Schweinehund“ bezeichnet, der keine Selbstmotivation entwickelt und lieber alle Viere von sich streckt. So wichtig diese Bremswirkung des Unbewussten für Hans ist, er empfindet sie als störend und „brutal demütigend“. Er sagt, dass es so nicht weitergehen kann.

Hans ist nicht alleine mit seinem Problem, das mehr Leute betrifft, als man glauben mag. Wesentlich ist, klarzustellen, dass Aufschieberitis nichts mit Faulheit zu tun hat. Aufschieberitis ist ein Problem der Fleißigen, jener engagierten Mitarbeiterinnen und Führungskräfte, die sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben können. Die ohne Überstunden Entzugserscheinungen bekommen und an ihrer Leistungsspirale lustlos weiter drehen, bis sie im Wortsinn anstehen.

Um bei Hans zu bleiben: für ihn ist es hilfreich, wiederzuentdecken, wie es sich anfühlt, wenn sich berufliches Engagement und erholsame Freizeit in Balance befinden. Er braucht dabei Unterstützung, die Botschaft des Unbewussten für sich zu nutzen, um so handlungsfähig zu werden, wie es seinen ureigenen, inneren Bedürfnissen entspricht.

Hier setzt das 1992 von Storch und Krause an der Universität Zürich entwickelte Selbstmanagementtraining Zürcher Ressourcen Modell  (ZRM®) an, das auf motivationspsychologischen und neurobiologischen Erkenntnissen beruht. Für das ZRM® wurde mit Mottozielen ein neuer Zieltyp entwickelt, der es ermöglicht, erwünschte neue Verhaltensmuster zuverlässig aufzubauen und zu aktivieren. Die Wirksamkeit der Mottoziele für den Umgang mit unangenehmen Pflichten ist wissenschaftlich belegt. Elemente aus der PSI-Theorie des Persönlichkeitspsychologen Julius Kuhl ermöglichen es Hans, zu erkennen, warum er gerade so und nicht anders „tickt“. Obwohl er sich freut, Probleme schon im Ansatz zu erkennen, spürt er zugleich, dass sein Arbeitsfluss gehemmt wird. Hier hilft ihm sein Mottoziel  „ruhevoll lebe ich meine Löwenkraft“ einen neuen, selbst regulierten Weg zu gehen.

Seminarinfo: Tschüss Aufschieberitis – endlich kraftvoll zupacken

2-tägiges Seminar mit Paul Mörwald 25./26.9.2014 

 

Über Paul Mörwald

Die Frage nach Motivbildung und zielgerichtetem , erfolgreichem Handeln ist seit einigen Jahren ein Arbeitsschwerpunkt des zertifizierten ZRM -Trainers, der 2007 die Position des Direktors einer Gesundheits-und Krankenpflegeschule mit der Freiberuflichkeit als Trainer getauscht hat. Aktuell bildet er sich in der PSI-Theorie des Motivationspsychologen Julius Kuhl aus, deren Modulationsannahmen weitreichende Auswirkungen u.a.auf hirngerechtes Arbeiten haben. Als Partner von Komunariko sind seine Arbeitsschwerpunkte Fragen der Resilienz, Intuitionstraining für EntscheiderInnen, lustvolles Selbstmanagement, Stressregulation, Fokusieren statt Multitasking, Teambildung mit NMA und ZRM. Privat ist der Naturliebhaber gerne in den Bergen unterwegs - zu Fuß oder mit seinem Gleitschirm.


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