Innovation Lab in der Strategieentwicklung
Mittwoch, 17. Juli 2013

Ein Praxisbericht von Michael Nake

Eine Expertenorganisation setzte sich im Rahmen ihrer Strategieentwicklung ein ehrgeiziges Ziel: ein so genanntes Innovation Lab in drei Tagen. Dieses Ziel war einerseits anspruchsvoll, weil die mit hoher Autonomie ausgestatteten ExpertInnen nur schwer für so einen langen Zeitraum zu gewinnen waren. Andererseits sollte gemeinsam Innovatives für die Organisation in diesem kurzen Zeitraum hervorgebracht werden. Um möglichst viele Perspektiven in den Prozess zu bringen, entschieden wir uns im Vorbereitungsteam (Reinhard Bacher als externer Berater und ich als interne Führungskraft)  für einen möglichst heterogenen TeilnehmerInnen-Kreis: MitarbeiterInnen und Führungskräfte quer durch alle Hierarchien, aber auch KooperationspartnerInnen und KundInnen wurden zum Innovation Lab eingeladen.

Ziel des Prozesses war es, ohne die „Fesseln der aktuellen Probleme“ ein attraktives Zukunftsbild zu entwerfen. Um das zu erreichen, setzten wir Elemente aus der Großgruppenmoderation ein (Open Space) und luden externe Impulsgeber ein, die ihre Inputs z. B. über die künftige gesellschaftliche Entwicklung aus der Zukunftsforschung und neuen Informationstechnologien einbrachten.

Am ersten Tag standen Fragen nach den möglichen Zukunftsszenarien im Feld dieser Organisation im Mittelpunkt: Die Teilnehmenden zeichneten Bilder zu insgesamt 17 Themen, die einen sehr „nährstoffreichen Boden“ für den Schwerpunkt des zweiten Tages bildeten: wie wird das Unternehmen im Jahr 2020 aussehen? Auf Basis der Zukunftsszenarien des ersten Tages skizzierten die TeilnehmerInnen mit großer Leichtigkeit fünf Basisbereiche in der strategischen Ausrichtung. Viel Energie wurde spürbar, Fragen der eigenen zeitlichen Verfügbarkeit traten in den Hintergrund! Der dritte Tag – „Plan to Action“ brachte die Konkretisierung der Ziele und einen Vorgehensplan.

Insgesamt entstand gemeinsame Ausrichtung mit einer Dokumentation als Leitschnur für die weitere Strategieentwicklung.

Fazit: man kann die Welt doch in drei Tagen neu erfinden, zumindest ein Stück davon…

 

Über Michael Nake

Michael Nake ist einer der Gründungsgesellschafter von KOMUNARIKO. Der studierte Jurist hat langjährige Erfahrung im Management von Profit- und Social Profit-Organisationen gesammelt und arbeitet selbst hauptberuflich als Geschäftsführer einer privaten Universität. Als Berater interessieren ihn vor allem Strategie- und Organisationsentwicklungsprozesse und die Konzeption von Führungskräfteentwicklungsprogrammen.


Was Sie sonst noch interessieren könnte.

INHALTE: Nachhaltige Entwicklung durch nachhaltige Lernprozesse


Kommentar Schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.