Neujahr mit Vorsatz
Montag, 20. Januar 2014

Ein Dauerbrenner rund um den Jahreswechsel waren auch heuer wieder die Neujahrsvorsätze. Die Medien waren voll von Tipps und Tricks, wie man es schafft, mit dem von vielen als Resetdatum  empfundenen 1.Jänner neue, „gesunde“ Vorhaben umzusetzen.

Jedoch: für das Ändern von Gewohnheiten ist der beste Zeitpunkt immer jetzt, dazu braucht es keine Silvesterparty. Aus dem bunten Strauß an Selbstmanagement-Möglichkeiten möchte ich hier den Leatherman für erfolgreiches, zielgerichtetes Handeln  vorstellen. Es sind die „Wenn-dann-Pläne“ des Konstanzer Motivationspsychologen Peter Gollwitzer.

Auf den ersten Blick wirken sie für manche banal, fast wie aus der Beraterecke eines Boulevardblattes. Das sind sie aber keineswegs. Ihre Wirksamkeit – sie wurde in mehr als 200 Studien bestätigt – beruht auf der herausragenden Fähigkeit des Unbewussten, einen  Automatismus zu erzeugen.

Ohne Automatismen würden wir unseren Alltag nicht bewältigen können. Nehmen wir Radfahren als Beispiel: wir müssen nicht überlegen, wie wir das Rad zur Hand nehmen, uns auf den Sattel setzen, in die Pedale treten und zugleich den Verkehr beachten und das Gleichgewicht halten. Das würden wir nie schaffen, deshalb hat unser Gehirn diese Bewegungsabläufe automatisiert. Diese Fähigkeit des Gehirns können wir mit den Wenn-dann-Plänen Gollwitzers auch für das Verändern von Gewohnheiten nutzen.

Wenn sie einen persönlichen „Wenn-dann-Plan“ bauen wollen, nehmen sie eine Situation die sie verändern möchten, kleiden sie möglichst konkret in Worte und beachten dabei die Formel „wenn x passiert, dann mache ich y“. Schreiben sie ihren Wenn-dann-Plan auf ein Blatt Papier, gestalten es nach ihrem Geschmack und Talent und positionieren dieses Blatt für einige Tage an einer prominenten Stelle, sodass es ihr Blick immer wieder  trifft.

Ein Wenn-dann-Plan, dem der Wunsch nach mehr Bewegung zugrunde liegt, könnte so lauten: „Wenn ich vom Büro nach Hause komme, dann ziehe ich meine Joggingschuhe an und gehe laufen“ oder „Wenn ich Dienstag abends nach Hause komme, dann mache ich eine Stunde nordic walking“

Oder:

  • „Wenn ich die emails gelesen habe, dann beantworte ich sie gleich.“
  • „Wenn ich eine Zigarette will, dann nehme ich ein Fishermanbonbon.“
  • „Wenn ich vor dem Lift stehe, dann nehme ich die Treppe“

Entscheidend ist, eine „kritische“ Situation mit der gewünschten Handlung zu verknüpfen. Das ist alles.

Warum das so funktioniert, konnte noch nicht restlos erforscht werden. Bisher ist bekannt, dass Wenn-Dann-Pläne unbewusst – ohne Verstandesleistung -als  Automatismus funktionieren und eine sofortige Gewohnheitsbildung erzeugen, für dessen Etablierung nur ein einziger Willensakt notwendig ist. Und er ist genau auf meine Person zugeschnitten.

Viel Erfolg bei Ihrem ersten Wenn-dann-Plan!

Zum Nachlesen:
http://www.aktuelles.uni-konstanz.de/im-gespraech-mit/archiv-2009/gute-vorsaetze/

 

 

 

Über Paul Mörwald

Die Frage nach Motivbildung und zielgerichtetem , erfolgreichem Handeln ist seit einigen Jahren ein Arbeitsschwerpunkt des zertifizierten ZRM -Trainers, der 2007 die Position des Direktors einer Gesundheits-und Krankenpflegeschule mit der Freiberuflichkeit als Trainer getauscht hat. Aktuell bildet er sich in der PSI-Theorie des Motivationspsychologen Julius Kuhl aus, deren Modulationsannahmen weitreichende Auswirkungen u.a.auf hirngerechtes Arbeiten haben. Als Partner von Komunariko sind seine Arbeitsschwerpunkte Fragen der Resilienz, Intuitionstraining für EntscheiderInnen, lustvolles Selbstmanagement, Stressregulation, Fokusieren statt Multitasking, Teambildung mit NMA und ZRM. Privat ist der Naturliebhaber gerne in den Bergen unterwegs - zu Fuß oder mit seinem Gleitschirm.


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