Soulbottles
Sonntag, 18. Juni 2017

Hinter diesem Namen verbirgt sich der Selbstversuch von zwei Gründern– Georg Tarne und Paul Kupfer-, die wissen wollten, „wie Arbeiten besser gehen kann“. Es geht um Soul. Die Sache mit den Bottles erprobten sie 2011 am Weihnachtsmarkt. Sie verkauften dabei ganze 50 Stück. „Total die geilen Trinkflaschen“ sagt Paul, dessen Begeisterung ansteckend ist. Fünf Jahre, viele Stunden Diskussion später, mit viel unternehmerischem Herzblut und 26 Mitarbeitenden machen sie Kunden mit 110.000 von diesen stylischen Flaschen aus Glas eine Freude.

Aber es geht um mehr. Es geht auch um die Idee einer besseren Welt. Pro verkaufter Soulbottle fließt 1 € in Trinkwasserprojekte, die mit der Welthungerhilfe hauptsächlich in Nepal umgesetzt werden.

Die Selbstbeschreibung gibt etwas von dem Spirit wieder, der Soulbottles ausmacht: „Wo Leben und Arbeiten nicht mehr so scharf getrennt sind. Stichwort Work-Life-Integration. …. Wo Führung nicht an ein paar Wenige delegiert wird, sondern alle in ihren Bereichen autonom mit unternehmerischem Geist loslegen können. Wo es klare, verlässlich Prozesse gibt, die dafür sorgen, dass aus Verbesserungsvorschlägen – egal von wem sie kommen – sinnvolle und konkrete Veränderung wird. Wo es dadurch sehr viel mehr “Leadership” von jede*r einzelnen gibt, aber trotzdem noch genug Abstimmung untereinander, dass man gerne und effektiv in eine gemeinsame Richtung arbeitet.“
Quelle: www.soulbottles.de

Soulbottles setzt vor allem auf zwei konkrete Methoden bzw. Haltungen: Holacracy und Gewaltfreie Kommunikation. GFK gehört sozusagen zur Grundausbildung. Bei Leuten, die länger dabei sind und mehr Verantwortung übernehmen, ist sogar eine relativ intensive Ausbildung vorgesehen – bis hin zur Mediation. Die so erworbenen kommunikativen Kompetenzen, die in der Aushandlungskultur notwendig sind, und bringen ein herzliches, unbeschwertes Miteinander hervor. Im holokratischen Organisationskonzept werden Rollen vergeben. Viele Rollen, die viele Domains haben und viel entscheiden können. Manchmal ist vorgesehen, dass vor Entscheidungen zwei Beratungen eingeholt werden. Darüber hinaus sind Kreise installiert. Die haben so viel Autonomie wie möglich.

Welche Menschen möchte Soulbottles ansprechen? Kriterium ist das Commitment, an die unangenehmen Stellen zu gehen. Zu schauen, wo Spannungen entstehen und was man tun muss, um die Spannung zu lösen. Wie das Leben bei Soulbottles im Alltag konkret aussieht, finden Sie hier. Wie wir eine Organisation aufbauen, die wirklich die Welt verbessert – ohne dabei auszubrennen

Für viele Fragen, die sich in Organisationen stellen, hat Soulbottles eine Antwort entwickelt, die den Prinzipien von Sinn und Beteiligung gerecht wird. Und gleichzeitig steht das Lernen am Miteinander auch für die Zukunft am Plan.

Persönlicher Kommentar der Autorin (Judith Kölblinger): Nach dem Gespräch hatte ich ein gutes Gefühl für die Welt, was mir – zugegeben – öfters auch nicht gelingt.

Über Judith Koelblinger

Judith Kölblinger ist Gründungsgesellschafterin von KOMUNARIKO und beschäftigt sich als Beraterin, Trainerin und Coach mit Fragen des Change Management und Organisationsentwicklung. Sie begleitet Wandel in Organisationen und bei Personen, gestaltet Personalentwicklungs- und Leadership-Programme. Inhaltlich beschäftigt sie sich derzeit besonders mit der Frage, wie Menschen und Organisationen ihre Resilienz erhöhen können.


Was Sie sonst noch interessieren könnte.

INHALTE: Widersprüche versichern – Teil I


Kommentar Schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.